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LZnet: Aldi Süd kassiert mit Gebit

 

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Aldi Süd kassiert mit Gebit

Discounter will bis Ende 2013 Großteil der Filialen auf neue POS-Lösung umstellen – Gebit als Entwicklungspartner

Aldi Süd führt ein neues POS-System ein. Bis Sommer 2014 sollen alle Filialen weltweit umgerüstet sein. Entschieden hat sich der Discounter für eine Lösung von GEBIT.

Es ist eine kleine Sensation: Ein Aldi-Manager steht auf dem Podium der EHI Technologie Tage in Köln. Christian Gillmann, Director International IT bei Aldi Süd, referiert über die Einführung einer neuen POS-Lösung, die sich der Discounter von dem IT-Dienstleister Gebit Solutions hat maßschneidern lassen. Langwieriges Auswahlverfahren Vorausgegangen war ein umfangreicher, mehrstufiger Auswahlprozess, der sich – von der Marktrecherche bis hin zum Piloten – über zweieinhalb Jahre hinzog. Dabei wurde die Zahl der potenziellen Anbieter Schritt für Schritt reduziert: von zunächst 14 auf acht sowie letztlich auf drei Kandidaten. Eine dreimonatige Machbarkeitsstudie brachte im März dieses Jahres die endgültige Entscheidung: Gebit Solutions konnte sich gegen die verbliebenen zwei Mitstreiter durchsetzen.

Kassenlösung nicht von der Stange, sondern nach Maß
Die Entwicklung der Individuallösung, die auf der sogenannten "GEBIT-POS-Platform" basiert, hat insgesamt rund 15 Monate gedauert. Sie soll bis Ende 2013 in den drei Ländern mit dem größten Filialnetz ausgerollt werden: in Deutschland, Österreich sowie den USA – und damit in rund 80 Prozent der Märkte. Im Heimatland betreibt Aldi Süd 1.790 Filialen, in den Vereinigten Staaten sind es 1.140 sowie in der Alpenrepublik 430.

Weltweiter Rollout bis Sommer 2014
Bis zum Sommer 2014 soll dann die weltweite Einführung abgeschlossen und die restlichen über 1.000 Filialen in Australien, Irland, der Schweiz, Slowenien, Großbritannien und Ungarn mit der neuen Kassen-Software ausgestattet sein. Parallel zum sukzessiven Rollout kommt in den Filialen eine neue Komponente im bestehenden Warenwirtschaftssystem zum Einsatz, berichtet Christian Gillmann im LZ-Gespräch. Dabei handelt es sich dem Aldi-Süd-Manager zufolge um eine Eigenentwicklung, die im Schulterschluss mit mehreren kleinen Dienstleistern entstanden ist. Eine gänzlich neue ERP-Plattform soll es indes nicht geben.

Das von Gebit gefertigte Kassensystem löst die Linux-basierte Software von NCR ab. NCR ist – und bleibt – auch der Lieferant des überwiegenden Teils der Hardware, so Gillmann weiter. Zur Höhe des Investitionsvolumens will er sich auf Nachfrage der LZ nicht äußern; das Mammut-Projekt dürfte jedoch mehrere Millionen Euro schwer sein.

Quellcode darf verwendet werden
Im Gegensatz zu Standard-Lösungen, wie sie Wettbewerber wie GK Software anbieten, ist der Quellcode der Gebit-POS-Plattform nicht geheim. Das heißt: Aldi Süd kann den Quelltext verwenden, um die Software schnell, flexibel und eigenhändig an künftige Anforderungen und spezifische Bedürfnisse anzupassen.

Zuletzt hatten sich Obi und dm-Drogeriemarkt für eine individuelle Warenwirtschafts- beziehungsweise Kassenlösung von Gebit entschieden. Zu den weiteren Kunden des Berliner Software-Hauses gehören unter anderem
C & A, Esprit, Rewe, Herlitz sowie S. Oliver.

 

Autor/Quelle: Silvia Flier LZnet

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